Zusätzliche LKW-Spiegel verkleinern den "Toten Winkel"

09. Mai 2007 zur Übersicht

Straßenverkehrssicherheit

Grüner Erfolg gegen den Toten Winkel. Das Europäische Parlament wird morgen die verpflichtende Nachrüstung mit Spiegeln für alle LKW verabschieden.

Das Europäische Parlament debattiert heute über die Nachrüstung von LKW mit zusätzlichen Spiegeln, die den "toten Winkel" verkürzen. Für die morgen anstehende Abstimmung ist mit einer großen Mehrheit für die Verbesserung der Verkehrssicherheit in Europa zu rechnen. Dazu erklärt Michael Cramer, MdEP und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Bis spätestens zum 30. März 2009 müssen alle LKW in der EU mit einem zusätzlichen Spiegel nachgerüstet werden, der den "toten Winkel" von 17 Grad auf 4 Grad verkleinert. Dadurch können in Europa pro Jahr 400 Menschenleben gerettet werden. Insbesondere für Radfahrer und Fußgänger - im "toten Winkel" kann eine ganze Schulklasse verschwinden - ist diese Maßnahme lebenswichtig. Wir rechnen mit einer großen Mehrheit des Parlamentes für den mit dem Rat ausgehandelten Kompromiss.

Das Europaparlament hatte sich bei dieser Entscheidung zunächst blamiert, als die großen Fraktionen bei dem Bericht über die Verkehrssicherheit im Straßenverkehr den von den Grünen/EFA eingebrachten Antrag ablehnten, nicht nur die Neufahrzeuge sondern auch die alten LKW mit einem Zusatzspiegel nachzurüsten.

Der Rat - üblicherweise ein Bremsklotz in der Verkehrspolitik - hatte allerdings die grüne Forderung übernommen und damit erreicht, dass die Nachrüstung auch der Alt-Fahrzeuge von der EU-Kommission ins EP einbracht wurde.

Natürlich wäre uns ein früheres Datum für die Implementierung lieber gewesen. Dennoch sind wir froh, dass durch hartnäckiges Verhandeln dieser Kompromiss erreicht werden konnte, der die ursprünglich von der Kommission vorgesehene dreijährige Übergangsperiode halbierte."