Schienenverkehrskorridore

24. April 2009 zur Übersicht

Rede Michael Cramers im Europäischen Parlament zur Einführung von Korridoren im Güterverkehr

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch wir Grünen wollen mehr Güterverkehr auf der Schiene, aber nicht zu Lasten der Personenzüge. Die Mobilität von Menschen gehört zur Daseinsvorsorge in Europa. Die Kommission ignoriert die Realitäten von Europas Schienennetzen, auf denen Güter und Menschen auf denselben Gleisen transportiert werden. Eine dogmatische Priorität darf es weder für die einen noch für die anderen Züge geben. Eine komplette Überarbeitung ihres Verordnungsvorschlages war deshalb notwendig.

Wir Grüne wollen mit den so genannten One-Stop-Shops einen einzigen Ansprechpartner für alle schaffen, die Güterzüge grenzüberschreitend durch Europa schicken wollen.

Zudem wollen wir mehr Transparenz bei der Trassenvergabe und bei Betriebsstörungen - auch, um unfaire Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Wichtig ist, dass Trassen diskriminierungsfrei in Europa vergeben werden. Die Kommission als "Hüterin der Verträge" muss eine Praxis unterbinden, die es Staatsunternehmen erlaubt, kostenlos Trassen zu reservieren, nur um sie Konkurrenten vorzuenthalten.

Unsere Anträge zur Lärmreduzierung insbesondere zum Güterverkehr wurden von der großen Koalition im Verkehrsausschuss leider abgelehnt. Wir Grünen werden uns aber weiterhin dafür einsetzen, dass Eisenbahnen umweltfreundlich bleiben, insbesondere durch die Nachrüstung der bestehenden Güterwaggons."