ÖPNV: Austausch über Karlsruher Modell und Besuch des „Bureau Alsace Europe“

25. Oktober 2015 zur Übersicht

Beitrag auf regio-news.de vom 25. Oktober 2015

Karlsruhe (dnw). Dr. Alexander Pischon und Ascan Egerer haben am 21. und 22. Oktober in Brüssel Gespräche mit Rechts- und Verkehrsexperten der EU-Kommission sowie des EU-Parlaments geführt. Dabei ging es schwerpunktmäßig um das Karlsruher Modell. Zu der Delegation aus Karlsruhe gehörte auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Prokurist Wolfgang Weiß, Prof. Dr. Christofer Lenz und der Politikberater Joachim Baldermann.

Die Gespräche dienten vor allem dazu, sich mit hochrangigen Rechts- und Verkehrsexperten der Europäischen Union (EU) über die Errungenschaft des Karlsruher Modells und dessen Erhalt für die kommenden Jahrzehnte auszutauschen. Hierbei wurde den EU-Experten unter anderem mit auf den Weg gegeben, dass es sich bei dem Modell einer Stadt-Umland-Bahn mit ihrer Zwei-System-Technik in vielerlei Hinsicht um ein Erfolgsmodell handelt. Das Karlsruher Modell habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten europaweit viele Nachahmer gefunden, die sich an der Pionierarbeit aus der Fächerstadt orientieren.

Die Karlsruher Delegation hob im Rahmen der Gespräche hervor, dass die EU das Karlsruher Modell in seiner bestehenden Form auch in Zukunft weiter kontinuierlich fördern und sich für dessen Erhalt stark machen sollte. Dies beinhaltet unter anderem, dass die VBK und die AVG als bewährte Garanten des Karlsruher Modells weiterhin so eng wie bisher zusammenarbeiten sollten. Die Gespräche wurden von Seiten des Verkehrsministeriums begleitet.

Pischon und Egerer regten zudem an, dass die EU bei der Weiterentwicklung ihres europäischen Rechtsrahmens das Modell des TramTrain-Systems als drittes Mobilitätssystem neben der Eisenbahn und der Straßenbahn ausdrücklich berücksichtigt werden sollte. Laut der Geschäftsleitung sei es im Sinne der EU, funktionale Mobilitätsräume auch in Zukunft durch einen besonderen Rechtsrahmen zu fördern.

Von Seiten der EU-Rechtsexperten habe man zu diesem Themenkomplex sehr positive Rückmeldungen erhalten, so das Fazit der Geschäftsführer. Auf der Basis dieses guten Austauschs könne man nun in die kommenden Gespräche mit dem Land und den Aufgabenträgern gehen. Das positive Feedback aus Brüssel sei hierbei sehr nützlich - auch für langfristige Gespräche über das Jahr 2022 hinaus.
„Das Karlsruher Modell ist bei den EU-Parlamentariern außerordentlich präsent und wird international beachtet“, so Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Dies sei etwa bei dem SPD-Verkehrsexperten Ismail Ertug sowie bei dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses Michael Cramer (Grüne) der Fall. Auch bei den Verantwortlichen in den Genraldirektionen der Kommission Jan Scherp und Eva Lieber traf die Delegation laut Mentrup auf Offenheit.

Das Karlsruher Modell biete viele Vorteile: So handelt es sich unter anderem bei der umsteigefreien  Verbindung von Stadt und Region für die Nutzer um ein sehr attraktives und komfortables Angebot. Durch das Modell ist es auch möglich, für verhältnismäßig kleine Orte einen wirtschaftlich vertretbaren Schienenverkehr anzubieten und somit das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn weiter attraktiv zu gestalten.

In Brüssel besuchten Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zusammen mit Dr. Alexander Pischon und Ascan Egerer auch das „Bureau Alsace Europe“. Dort wurden sie von dessen Direktor, Cédric Virciglio, empfangen. Das Büro ist ab Beginn kommenden Jahres die ständige Vertretung der neuen französischen Region Alsace-Lorraine-Champagne-Ardenne. Die Delegation aus Karlsruhe nutzte die Gelegenheit, um sich mit Cédric Virciglio über die künftige Zusammenarbeit zwischen der Stadt Karlsruhe und den Vertretern der neuen Region auszutauschen. Virciglio erläuterte den Gästen aus Baden den Stand des schwierigen Weges zu einer neuen Region. Unterstützung fand er für die Initiative, dass der Standort Strasbourg als Sitz des Europäischen Parlaments erhalten bleiben soll. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup überreicht dem Direktor der Vertretung als Gastpräsent einen stilisierten Keramik-Engel. Dieser wurde in der Karlsruher Kunstmanufaktur Majolika gestaltet.

Quelle