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08. November 2005 zur Übersicht

9. November 1989 - Fall der Berliner Mauer

16 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer sind kaum noch Spuren dieses zeitgeschichtlich und politisch bedeutenden Monuments erhalten. Einzig der Berliner Mauerweg, der als 160 km langer, durchgehender Erinnerungspfad auf dem früheren Todesstreifen verläuft, macht es möglich, den ehemaligen Grenzverlauf nachzuvollziehen.

Wenn im nächsten Jahr zum 45. Jahrestag des Mauerbaus der Berliner Mauerweg endgültig fertig gestellt sein soll, müssen jetzt die Defizite behoben und dürfen existierende Mauerreste nicht mehr zerstört werden.

Deshalb bleibt der Senat aufgefordert, sein Gedenkstättenkonzept in der Bernauer Straße zu verwirklichen, den vollständigen Grenzstreifen auf einer Länge von 200 Metern wieder herzustellen, ihn mit der Hinterlandmauer auf dem Gelände des früheren Nordbahnhofs zu verbinden und in den Mauerweg zu integrieren. Die bereits unter Denkmalschutz stehenden Reste der Hinterlandmauer zwischen Rudow und Glienecke, die dem Autobahnbau dort nicht zum Opfer fielen, müssen besser geschützt und gegebenenfalls erneuert werden.

Die erfolgreiche Realisierung des Berliner Mauerwegs ist außerdem wegen seiner Vorbildfunktion, die er für die geplanten Projekte auf deutscher und europäischer Ebene übernimmt, von Bedeutung. Der 1.400 km lange deutsch-deutsche Todesstreifen soll - so der Deutsche Bundestag mit seinem einstimmigen Beschluss vom Dezember 2004 - zum Lebensraum von Flora und Fauna und zugänglich für den sanften Tourismus werden. Das Europäische Parlament (EP) hat sich mit großer Mehrheit für den "Iron Curtain Trail" ausgesprochen, ein fast 7.000 km langer Rad- und Wanderweg entlang dem früheren Eisernen Vorhang von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Im Haushalt 2006 wird er als Beispiel für den sanften Tourismus genannt, der "die europäische Identität" fördert. Deshalb soll er nach dem Willen des EP auch finanziell von der EU unterstützt werden.