Nach dem Stopp der "Via Baltica" fordern die Grünen den Ausbau der "Rail Baltica"

25. September 2008 zur Übersicht

Polen - Via Baltica

Die Grünen begrüßen die Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichtes in Polen zu der Via Baltica und fordern Polen und das Baltikum dazu auf von den Straßen auf die Schiene zu wechseln

Am 16. September 2008 hat das oberste Verwaltungsgericht in Polen den Bau der "Via Baltica" durch das Rospuda-Tal gestoppt. Das Straßenprojekt "Via Baltica" verbindet Warschau mit den baltischen Staaten und Finnland. Dazu erklärt Michael Cramer, MdEP und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Wir begrüßen die Entscheidung des obersten Gerichtes in Polen, den Bau des Via Baltica in dem einzigartigen Naturgebiet des Rospuda-Flusstals, ein EU-Natura 2000 Naturschutzgebiet, zu blockieren.

Die polnische Regierung sollte diese Entscheidung als Chance begreifen, ihre Planungen für den Ausbau der Verkehrsadern in Richtung Norden grundlegend zu überdenken. Um den wachsenden Güter- und Personenverkehr zu meistern, sollte Polen auf die "Rail Baltica" setzen. Die Bahnverbindung ist die sicherere und nachhaltigere Lösung.

Obwohl das Projekt zu den sechs Vorrangsprojekten der Transeuropäischen Netze zählt und 200 Millionen Euro im EU-Etat für ihre Realisierung bereitgestellt ist, wurde es bisher von polnischer wie auch baltischer Seite hinausgezögert. Polen und das Baltikum sollten die günstige Gelegenheit für die Modernisierung und Entwicklung ihrer Verkehrsinfrastrukturen jetzt nutzen. Dies wäre auch ein wichtiger Schritt, um die Verkehrssicherheit in Augustow und an anderen Orten der Podlasie Region, die unter dem LKW-Transitverkehr leiden, zu verbessern."