Kommission: Neun Frauen das "Mindeste" - Troika-Gespräche Ende September in Athen - EU-Verkehrspolitiker für CO2 als Kältemittel

06. September 2014 zur Übersicht

Artikel erschienenin Die Presse am 6. September 2014

In der sich abzeichnenden neuen EU-Kommission des designierten Präsidenten Jean-Claude Juncker seien die neun kolportierten Frauen das "Mindeste", erklärte der SPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Jörg Leichtfried, am Freitag. Es sei vor allem auf Druck der Sozialdemokraten möglich gewesen, dass die Frauenquote "zumindest halbwegs funktioniert". Leichtfried kritisierte allerdings das Missverhältnis zwischen der Anzahl der Kommissare der Europäischen Volkspartei und der Sozialdemokraten. Von den 28 Kommissaren gehören 14 der EVP an, acht den Sozialdemokraten, fünf den Liberalen und der Brite Jonathan Hill den Europäischen Konservativen und Reformisten. Juncker will nächste Woche die Ressortzuteilung bekannt geben.

Die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den Geldgebern des Landes über den Stand der griechischen Sparbemühungen sind in Paris ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Sie seien konstruktiv gewesen und sollen Ende September in Athen fortgesetzt werden, sagte der Vertreter der EU, Declan Costello. Wie die Agentur DPA aus Kreisen des griechischen Finanzministeriums erfuhr, habe die griechische Seite gegenüber der Troika ihre Position deutlich gemacht: Die Konsolidierungsziele könnten nur mit Wirtschaftswachstum und Steuererleichterungen erzielt werden.

Die deutschen Autokonzerne bekommen Unterstützung im Streit um das umstrittene Klimaanlagenkältemittel R1234yf. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im EU-Parlament, Michael Cramer, ruft die Branche einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" zufolge dazu auf, künftig statt dieser Chemikalie das natürliche Kältemittel CO2&&g zu nutzen. Cramer unterstützt damit die Linie von Daimler, VW und BMW, die CO2&&g favorisieren, weil das von den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont entwickelte R1234yf bei _ allerdings umstrittenen _ Tests zur Bildung von Flusssäure und zu Bränden geführt hat. Es sei "längst überfällig", dass die Klimaanlagen aller Pkw mit einem klimaschonenden Kältemittel ausgestattet werden, so Cramer.