Intelligenz statt Beton

21. Februar 2004 zur Übersicht

Der Senat lebt weiter in Wolkenkuckucksheim und träumt vom Bau der U-Bahnlinie 5. Dabei gibt es billigere und bessere Alternativen: Die Duo-Bahn.

Egal ob die Verkehrssenatoren Haase, Klemann oder Strieder heißen - ihre Parole lautet: Beton statt Intelligenz. Jedes Mal setzen sie auf großspurige Symbolik statt handfester Fahrgastinteressen.

Der bislang krönende Höhepunkt: 28 Millionen Euro für einen U-Bahnstummel, der - so der Rechnungshof zu Recht - "wirtschaftlich und verkehrlich unattraktiv" ist.

Wie sehr der Senat mit seinem verkehrspolitischen Latein am Ende ist, zeigt sich auch daran, dass er nur noch symbolische Gesten zustande bringt.
Die "Verpflichtung" zum Weiterbau der U 5 nach 2010 ist ein ungedeckter Scheck für die Zukunft. Genauso gut hätte man einen künftigen Lottogewinn als Bürgschaft bemühen können.

Warum soll den die Haushaltslage 2010 besser sein als heute und warum soll der vertragsbrüchig gewordene Senat morgen vertragstreu sein?

Die mögliche Alternative im Interesse der Stadt und ihrer Fahrgäste spielte beim selbsternannten "Automann" Strieder keine Rolle, wurde nicht einmal in Erwägung gezogen.

Eine solche Alternative wäre es, Lehrter Bahnhof und Regierungsviertel durch eine Duo-Bahn an das Nahverkehrsnetz anzubinden. Die Duo-Bahn kann sowohl auf S-Bahngleisen als auch auf Regionalbahnschienen verkehren.
Konkret: Die Duo-Bahn könnten auf den S-Bahngleisen der Wannseebahn fahren, und vom S-Bahnhof Yorckstraße auf den Regionalbahngleisen durch die bestehenden Tunnelröhren mit Halt am Potsdamer Platz und Lehrter Bahnhof zum S-Bahn-Nordring fahren. Dann weiter auf den S-Bahnschienen. Solche Züge fahren in Karlsruhe und Saarbrücken, nicht aber in Berlin, das sich selbst immer als Verkehrskompetenzzentrum bezeichnet.