Im Sinne der Autobauer; Berlin und Paris fordern Aufschub für CO2-Limits

12. Dezember 2014 zur Übersicht

Artikel von Joachim Wille, erschienen in der Frankfurter Rundschau am 12. Dezember 2014

Im Europaparlament gibt es Widerstand gegen Forderungen von Deutschland und Frankreich, geplante Klimaauflagen für die Autobranche zu verschieben. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Michael Cramer (Grüne), appellierte an die EU-Kommission, dem Drängen der Regierungen in Berlin und Paris nicht nachzugeben. "Wir müssen an den CO2-Zielen festhalten", sagte Cramer der Frankfurter Rundschau. Das nütze nicht nur der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie, sondern auch den Autofahrern, die durch geringeren Spritverbrauch der Neuwagen viel Geld sparten. "Kommissionspräsident Juncker darf hier nicht einknicken."

Die Regierungen in Berlin und Paris hatten in einem gemeinsamen Papier gefordert, die EU solle statt für 2025 erst für 2030 neue CO2-Limits festsetzen. Sie argumentieren laut einem "FAZ"-Bericht, die Entwicklung in der Autobranche sei nach den CO2-Grenzwerten, die ab 2021 gelten sollen, von Unsicherheit geprägt.

Bis 2021 müssen die Autobauer den CO2-Ausstoß von Neuwagen auf im Schnitt 95 Gramm je Kilometer senken. Das EU-Parlament setzt sich dafür ein, dass ab 2025 dann 68 bis 78 Gramm gelten. Das entspräche einem Spritverbrauch von rund drei Litern pro 100 Kilometer. Der Ministerrat hatte zugestimmt, dass die Kommission einen Zielvorschlag für 2025 "ernsthaft" prüft. Berlin und Paris stellen das infrage.

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH