Gigaliner vorerst gestoppt

10. März 2009 zur Übersicht

EU-Verkehrskommisar Tajani verschiebt endgültige Entscheidung zum Einsatz von Gigalinern auf 2010

In einem heute veröffentlichten Interview zum Einsatz sogenannter Gigaliner teilt EU-Verkehrskommissar Tajani mit, dass die Kommission eine endgültige Entscheidung erst 2010 treffen wird. Dazu erklärt Michael Cramer, MdEP und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Mit der heutigen Aussage zeigt die Kommission mal wieder ihre innere Zerrissenheit beim Thema Monstertrucks. Nachdem sie die Idee zum europaweiten Einsatz von Gigalinern erst kürzlich wieder vorgebracht hat, ist sie jetzt wieder auf dem Rückzug. Unsere Argumente zeigen Wirkung. Deshalb begrüße ich die Aussage von Tajani, dass eine Entscheidung dazu erst 2010 fallen wird.

Die Grünen stimmen Tajani zu, dass bisher weder die Fragen der möglichen Wettbewerbsverzerrungen, die ein grenzüberschreitender Einsatz hervorrufen könnte, noch die möglichen Sicherheitsrisiken endgültig geklärt sind. Zudem widerspricht die Einführung von Monstertrucks jeder nachhaltigen und intelligenten Verkehrspolitik. Durch Monstertrucks verursachte Verkehrsunfälle gefährden überproportional die Verkehrssicherheit. Sie verursachen erheblich mehr Straßenschäden und fordern entsprechende Infrastrukturkosten, denn durch die höhere Belastung der Straße verkürzen sich die Reparaturintervalle.

In Deutschland wären allein 8 Milliarden Euro notwendig, um die Straßeninfrastruktur den Monstertrucks anzupassen: Brücken müssten verstärkt, Kreuzungen ausgebaut, Ringverkehre erweitert und die Straßen noch öfter neu asphaltiert werden.

Die bis zu 60t schweren LKWs würden auch die Verlagerung auf die umweltfreundlichere und sichere Schiene bzw. den kombinierten Verkehr weiter gefährden und dem Einzelwagen-Güterverkehr auf der Schiene ein Ende bereiten. Wer heute mittels Gigalinern den Transport auf der Straße noch attraktiver macht, verhindert den Aufbau eines umweltgerechten Verkehrssystems und damit ebenfalls eine wirksame Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels."

Das komplette Tajani-Interview lesen Sie auf der Seite der Initiative "No Mega Trucks" hier