Europaabgeordnete fordern EU-Standards für Handgepäck

17. Januar 2013 zur Übersicht

Bericht von Dow Jones über meine Aussagen zu unfairen Praktikanten der Airlines

STRASSBURG--Abgeordnete im Europaparlament haben die EU-Kommission aufgefordert, einheitliche Handgepäckregeln in Flugzeugen festzulegen. Die übertriebenen Einschränkungen und willkürlichen Gebühren, die einige Fluglinien für Handgepäck eingeführt hätten, gehörten abgeschafft, sagten die Abgeordneten am Donnerstag im Europäischen Parlament in einer Debatte mit EU-Handelskommissar Karel De Gucht, wie der Parlamentspressedienst mitteilte. Die geplante Revision der EU-Fluggastrechte, die die Kommission noch vor dem Sommer vorschlagen will, sollte vernünftige Handgepäck-Regeln enthalten, so die Mehrheit der Abgeordneten.

"Wir müssen Verbraucher vor den missbräuchlichen Geschäftspraktiken schützen, die die Fluglinien nutzen, um zusätzlich zu verdienen", sagte der luxemburgische Abgeordnete Georges Bach. "Häufig mussten Fälle zu Passagierrechten vor dem Europäischen Gerichtshof entschieden werden. Die Kommission hat jetzt die Chance zu handeln und im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der aktuellen Verordnung für Fluggastrechte eindeutige Maßgaben für die Mitnahme von Handgepäck festzulegen", so der Christdemokrat.

"Die Passagiere müssen vorab unmissverständlich informiert werden. Handgepäck sollte am Abfertigungsschalter und nicht am Flugsteig eingecheckt werden", um Einkäufe im Flughafen zu ermöglichen, fügte die belgische Sozialdemokratin Said El Khadraoui hinzu.

De Gucht räumte zwar bei seiner Rede vor den Abgeordneten ein, dass es große Unterschiede bei Einschränkungen für Handgepäck gebe. Doch "die Kommission betrachtet dies als Spiegelbild der Vielfalt in einem stark umkämpften Markt". Der Wettbewerb habe auch zu mehr Angeboten und sinkenden Preisen geführt, betonte der Kommissar. "Unternehmen sind frei, ihre eigenen Vertragsbestimmungen und Konditionen zu machen", sagte De Gucht. Verbraucher könnten eine andere Fluggesellschaft wählen, wenn sie mit diesen Bedingungen nicht zufrieden seien. Zusätzliche Regeln befürworte er nicht.

Der Grünen-Abgeordneten Michael Cramer und Eva Lichtenberger bezeichneten De Guchts Kommentar als "mehr als unbefriedigend". "Der Passagier kann auf vielen Flugstrecken ja nicht mehr wählen, weil die Marktaufteilung der Airlines Wahlmöglichkeiten der Passagiere eingeschränkt oder zum Verschwinden gebracht hat", so die beiden Abgeordneten. Auch die FDP-Abgeordnete Gesine Meißner sagte, einheitliche Regelungen oder zumindest Mindestgrößen oder -gewicht müssten festgelegt werden. Sie betonte aber, Fluggesellschaften dürften auch "nicht überreglementiert" werden. Das Parlament werde bei der anstehenden Revision der Flugpassagierrechte auf das Thema zurückkommen.