EU-Verkehrspolitiker unterstützt deutsche Autobauer

05. September 2014 zur Übersicht

Artikel erschienen in der Wiener Zeitung am 5. September 2014

Berlin. Die deutschen Autokonzerne bekommen Unterstützung im Streit um das umstrittene Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des EU-Parlaments, Michael Cramer (Grüne), ruft die Branche einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) zufolge dazu auf, künftig statt dieser Chemikalie das natürliche Kältemittel CO2 zu nutzen. "Ich fordere die Autohersteller auf, das gefährliche R1234yf nicht einzusetzen und stattdessen schnell eine technische Lösung für CO2 auf den Markt zu bringen", sagte er der Zeitung. Cramer unterstützt damit die Linie von Daimler, VW und BMW, die CO2 favorisieren, weil das von den US-Chemiekonzernen Honeywell und Dupont entwickelte R1234yf bei - allerdings umstrittenen - Tests zur Bildung von gefährlicher Flusssäure und zu Bränden geführt hat.

Es sei "längst überfällig", dass die Klimaanlagen von allen PKW mit einem sicheren und klimaschonenden Kältemittel ausgestattet werden, meinte Cramer. "CO2 leistet beides und ist deshalb das richtige Produkt." Das bisher übliche Kältemittel R134a wirkt als starkes Treibhausgas, wenn es etwa bei Anlagen-Undichtigkeiten in die Atmosphäre gelangt. Deswegen wird es verboten. CO2 ist als alternatives Kältemittel bereits erprobt, es wird bereits in Bussen benutzt. Allerdings müssen im Pkw-Bereich die Klimaanlagen erst noch für die Serienproduktion weiter entwickelt werden, was zeitaufwendig ist.

Frist soll verlängert werden

Der Grüne forderte die EU-Kommission auf, notfalls auch die Übergangsfrist für die Umstellung auf weniger treibhaus-gefährliche Kältemittel zu verlängern, um die Serienproduktion der CO2-Anlagen zu ermöglichen. Nach bisheriger Rechtslage darf das bisher übliche Kältemittel R134a ab dem 1. Januar 2017 generell nicht mehr eingesetzt werden. "Für eine Übergangzeit sollte das bisher übliche heutige Kältemittel R134a auch danach noch genutzt werden dürfen", sagte Cramer.