EU-Parlament lässt Schlupfloch für Gigaliner offen

05. September 2007 zur Übersicht

Schwerverkehr in Europa

EU-Länder entscheiden weiterhin über den Einsatz von Gigalinern auf ihrem Territorium

Bei den heutigen Abstimmungen im Europäischen Parlament über den Schwerverkehr in Europa wurde der Einsatz von so genannten Gigalinern (60-Tonnern) auf Europas Straßen nicht gänzlich ausgeschlossen. Dazu erklärt Michael Cramer, MdEP und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Die Grünen bedauern, dass die Mehrheit des Europäischen Parlaments heute nicht bereit war, die Zulassung von so genannten Monstertrucks (60-Tonnern) auf Europas Straßen kategorisch auszuschließen. Obwohl der Versuch einer weitergehenden Liberalisierung auf EU-Ebene abgeschmettert werden konnte, erlaubt der von der Mehrheit beschlossene Text den EU-Ländern noch immer, über den Einsatz von Gigalinern auf ihrem Territorium zu entscheiden. Damit wurde vor allem dem Lobbying der finnischen Holztransporteure nachgegeben. Die Grünen hatten die gänzliche Streichung der Erwähnung von Gigalinern in dem Bericht gefordert.

Die Einführung dieser Monstertrucks widerspricht jeder nachhaltigen und intelligenten Verkehrspolitik. Für die Verkehrssicherheit würden sie schwere Verkehrsunfälle noch schlimmer machen. Sie verursachen erheblich mehr Straßenschäden und entsprechende Infrastrukturkosten, denn durch die höhere Belastung der Straße verkürzen sich die Reparaturintervalle. Die Straße muss noch öfter neu asphaltiert werden. Diese schwereren LKW würden auch die Verlagerung auf die umweltfreundlichere und sichere Schiene bzw. den kombinierten Verkehr weiter gefährden und dem Einzelwagen-Güterverkehr auf der Schiene ein Ende bereiten.

Die Argumentation der Einsparung von Emissionen ist gesamtwirtschaftlich gesehen nicht schlüssig: Wer heute mittels Gigalinern den Transport auf der Straße noch attraktiver macht, verhindert den Aufbau eines umweltgerechten Verkehrssystems."