Die EU auch auf dem Rennsteig mitdenken

20. Mai 2014 zur Übersicht

Artikel, erschienen im Freien Wort vom 20. Mai 2014

Schmiedefeld - Das Raumschiff Europäische Union fliegt, glaubt man einer Mehrheit in Deutschland, von Brüssel an den Menschen vorbei. Das zeigt die Wahlbeteiligung bei Europawahlen. Europaabgeordnete treffen meist auf wenig Interesse. So auch Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament. Er besuchte am Montag das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald und warb für den Ausbau CO2-reduzierter Infrastrukturen. Die fördert die EU derzeit im Verkehrswesen. Damit ist sie auf einer Linie mit den Vorhaben des Unesco-Biosphärenreservat. Denn dank Tourismusbudget will man von Schmiedefeld aus nun umsetzen, was lange in den Köpfen schwirrte: ein kreisübergreifendes Konzept, um mehr Besucher in den Wald zu locken. 375 000 Euro stellt das Land in den nächsten zwei Jahren dafür zur Verfügung. Davon werden unter anderem eine Machbarkeitsstudie und erste Marketing-Projekte finanziert.

An Bord sind Bus und Bahn, Naturschutzbunde, Tourist-Informationen, Vereine, Unternehmen, Städte und Landkreise. Noch gibt es offene Fragen, wie die Aufbereitung der Lokomotiven der Rennsteigbahn. Doch der Lückenschluss rund um und auf den Rennsteig ist gewollt. Michael Cramer bestärkte Elke Hellmuth von der Reservatsleitung in der Umsetzung des Konzeptes. Er nahm die Bemühungen mit nach Sonneberg zum nächsten Termin, aber auch nach Brüssel, wo er mit dem Modellvorhaben für grüne Politik werben kann.