Cramer zu Abgas-Skandal: Regierung steckt mit Autoindustrie unter einer Decke

07. November 2016 zur Übersicht

Artikel erschienen über "News Aktuell" am 6.11.2016

Der Grüne Europapolitiker Michael Cramer hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für sein Verhalten in der Abgasaffäre kritisiert.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Europaparlament forderte den CSU-Politiker auf, alle Daten der vor einem Jahr untersuchten Fahrzeuge zu veröffentlichen. "Er hat Autos untersucht, auch Fahrzeuge von Audi, aber er veröffentlicht diese Daten nicht. Die Untersuchung ist seit einem Jahr abgeschlossen. Alle Daten müssen auf den Tisch", sagte Cramer am Sonntag im rbb-Inforadio.

Cramer reagierte damit auf neue Berichte im Zusammenhang mit der VW-Tochter Audi. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat die kalifornische Umweltbehörde im Sommer eine weitere, illegale Softwarefunktion bei einem Audi mit V6-Motor entdeckt. Der Autohersteller habe diese auch für die Manipulation von CO2-Werten für Diesel und Benziner in Europa verwendet.

Die Veröffentlichung sei für den Verkehrsminister sicher keine Überraschung, sagte Cramer im Inforadio weiter. "Er hat die Autos ja alle getestet. Der wusste ja, was da läuft, aber er hat die Werte nicht veröffentlicht. Das zeigt, dass die Automobilindustrie und die deutsche Politik, also diese Bundesregierung, unter einer Decke stecken."