BVG: Immer schlechter, immer unsozialer?

04. Mai 2004 zur Übersicht

Semesterticket soll abgeschafft werden

Erst wurde die Sozialkarte abgeschafft, jetzt soll das Semesterticket wegfallen.  Nachdem die BVG sich am 1. Februar 2004 die Fahrgastfreundlichkeit und soziale Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat, kommt jetzt ihr wahres Gesicht zum Vorschein. Nach der Abschaffung der Sozialkarte und der Einführung des "Gänsemarsches" beim Bus soll nun auch das Semesterticket liquidiert werden.

Dabei war Berlin die letzte Universitätsstadt in Deutschland, in der es eingeführt wurde. Kaum Realität wird es nun wieder abgeschafft. Dabei ist das Semesterticket die beste Gelegenheit, um die voll zahlenden Kunden von morgen zu gewinnen.

Jetzt fährt man den Kurs, auf dem das Semesterticket am schnellsten wieder abgeschafft werden kann:

- Der Preis wurde um wenige Prozentzehntelpunkte über dem vereinbarten Limit erhöht, damit eine neue Urabstimmung nötig wird.

- Zum Wintersemester 2004/05 soll das Semesterticket von 109 auf 132,20 Euro erhöht werden, was eine Steigerung um 21 Prozent ist.

- Zum Wintersemester 2005/06 soll es um weitere 22,5 Prozent auf 152,20 Euro steigen.

- Danach sollen jährliche Preisanhebungen um 3 Prozent folgen.

Wer das Semesterticket erhalten will, muss sich im generellen Tarifrahmen bewegen und sich als vertragstreuer Partner erweisen.

BVG und Senat müssen sich gegenüber den Studierenden vertragstreu verhalten und alles dafür tun, um das Semesterticket zu erhalten.
Das bedeutet, die Tarife höchstens soweit zu erhöhen, dass keine Neuabstimmung notwendig wird. Eine Unternehmenspolitik, die glaubt, nur mit der Abschaffung der Sozialkarte und des Semestertickets überleben zu können, muss scheitern.