Auto-Kozerne müssen umsteuern

04. Februar 2009 zur Übersicht

Rede von Michael Cramer im Europäischen Parlament während der Debatte zur Wirtschaftskrise und den Auswirkungen auf die Automobilindustrie

[Es gilt das gesprochene Wort]

Herr Präsident, meine Damen und Herren!

Die Bekämpfung des Klimawandels und die Neuordnung der Weltwirtschaft werden wir nur meistern, wenn wir sie gemeinsam anpacken. Wir brauchen den Grünen New Deal!

Die Krise der Automobilindustrie ist eben keine reine Wirtschaftskrise. Der Einbruch bei den Auto-Konzernen ist auch die Quittung für ihre Größer-Schneller-Schwerer-Philosophie! GM, Daimler und Co haben noch bis vor wenigen Monaten auf Spritschleudern gesetzt, sie haben in ihrem Marketing den Geländewagen zum neuen Stadtauto erklärt.

Sie haben den Klimawandel schlicht und einfach ignoriert. Das rächt sich jetzt!
Wenn wir nun Milliarden an Steuergeldern bereit stellen, dann müssen die Bedingungen klar sein: mit dem Geld müssen die Auto-Konzerne umsteuern hin zu einer kleineren, sparsameren Produktpalette, hin zu alternativen Antrieben - nicht nur für die Umwelt, nicht nur für das Klima, sondern auch für die langfristige Sicherung hunderttausender Arbeitsplätze.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel aus meinem Heimatland Deutschland, wie man es falsch machen kann: Wenn dort, sagen wir, der Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann heute seinen 9 Jahre alten Zweit-, Dritt- oder Viertwagen verschrottet und sich einen neuen Porsche Cayenne kauft, bekommt er 4.000 Euro vom Staat geschenkt. Dieses Programm der deutschen Regierung ist weder sozial noch ökologisch, es ist einfach bescheuert, das darf nicht nachgemacht werden.

Beifall von der Zuschauerbank