Aus für Transrapid München

27. März 2008 zur Übersicht

Europa-Grüne begrüßen Absage an den "Stoiber-Rapid"

Zur soeben getroffenen Entscheidung, die in München geplante Transrapid-Strecke nun doch nicht zu bauen, erklärt Michael Cramer, MdEP und verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament :

"Die Entscheidung, den Transrapid in München nicht zu bauen, ist richtig und lange überfällig. Es hätte den Planern des Prestige-Projekts schon eine deutliche Warnung sein sollen, als die EU im November jeglicher Kofinanzierung aus europäischen Geldern eine klare Absage erteilt hat. Jetzt ist endlich auch der CSU klar, dass der "Stoiber-Rapid" nicht finanzierbar ist.

Schon bei den ursprünglich veranlagten Kosten von 1,85 Milliarden Euro für einen 38 Kilometer langen Flughafen-Shuttle standen die Kosten in keinem Verhältnis zum verkehrspolitischen Nutzen. Ein einzelner Shuttle-Kilometer für die Magnetbahn hätte nach den jetzt obsolet gewordenen Berechnungen bereits knapp 50 Millionen Euro gekostet. Wenn jetzt klar wird, dass der Transrapid nicht unter 3 Milliarden Euro zu kriegen wäre, heißt das: fast 100 Millionen Euro pro Kilometer. Es ist gut, dass den Bayern ein derart teures Denkmal für den ehemaligen Ministerpräsidenten erspart bleibt.

Beckstein, Huber und die CSU täuschen sich, wenn sie ihre Niederlage bei den Kommunalwahlen auf die Pendlerpauschale zurückführen. Umstrittene Großprojekte wie der Transrapid und der Ausbau des Münchner Flughafens dürften eher dafür verantwortlich sein, dass die Bürger am richtigen Augenmaß und an der Regierungskompetenz der CSU zu zweifeln beginnen."