Abschied vom "Quälebus"?

21. Februar 2004 zur Übersicht

Für viele Behinderte ist der Telebus ein "Quälebus". Die BVG soll den Telebus übernehmen. An den Problemen ändert das nichts!

Einen wirklichen Abschied vom "Quälebus" wird es nur mit einem umfassenden Strukturwandel geben. Die Verlagerung des "alten" Systems auf die BVG verschiebt nur die Kosten und ist nichts anderes als ein Schattenhaushalt.

Notwendig ist es, die Vorteile des jeweiligen Systeme zu nutzen: Die Anrufzentrale und Fahrzeugvermittlung der Taxi-Organisation, die Verwendung der behindertengerechten Großraumtaxis durch die BVG, die Beförderung der auf den Telebus angewiesenen Fahrgäste durch die BZA.

Nicht notwendig ist der Aufbau von Parallelstrukturen!

Mit dem "Vivaro Multi Taxi" kann die Lücke zwischen dem nur teilweise behindertengerechten öffentlichen Personennahverkehr und dem Telebussystem geschlossen werden.

Das von der Firma Opel vorgestellte Fahrzeug kann entweder einen Menschen im Rollstuhl und fünf weitere Personen oder sieben Personen als Großraumtaxi befördern.

Damit kann es Ersatzfahrzeug für den Telebus und für den BVG-Linienbus auf schwach frequentierten Linien bzw. zu schwach frequentierten Zeiten sein.
Es kann somit die Betriebskosten der BVG senken, die Sozialkosten des Landes Berlin reduzieren, den Transport der Behinderten flexibler und attraktiver bewältigen und die Taxiunternehmen unterstützen.

Voraussetzung dafür ist aber eine Veränderung der Gesamtstruktur. Von den 7.000 Taxis in Berlin müssen etwa zehn Prozent behindertengerecht sein, die nicht nur für die Beförderung der Behinderten, sondern auch für Kleingruppen oder Fahrgäste mit großem Gepäck und Fahrrad eingesetzt werden können.

Der Telebus kommt dann nur noch bei Transporten zum Einsatz, bei denen zwei Personen notwendig sind.