60 Jahre nach der Sprengung muss die Karniner Brücke wieder aufgebaut werden

27. April 2005 zur Übersicht

Bahn-Lücke zwischen Deutschland und Polen schließen

Am 28. April 1945 wurde die Eisenbahnbrücke bei Karnin (Insel Usedom) von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Seitdem ist der Bahnverkehr an der vorpommerschen Küste unterbrochen. Michael Cramer will den Lückenschluß.

Am 28. April 1945, morgen vor 60 Jahren, wurde die Eisenbahnbrücke bei Karnin (Insel Usedom) von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Seitdem ist der Bahnverkehr an der vorpommerschen Küste unterbrochen - die Lücke führt zu mehr als doppelt so langen Fahrzeiten im Vergleich zur Vorkriegszeit.
Dazu erklärt Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Was die deutsche Wehrmacht in den letzten Kriegstagen durch die Sprengung der Brücke über die Peene angerichtet hat, ist bis heute nicht behoben. Der Bahnverkehr an der Küste zwischen Polen und Deutschland ist noch immer Stückwerk - unterbrochen durch die fehlende Karniner Brücke und die Lücke zwischen Ahlbeck (Grenze) und Swinemünde. Während vor dem Krieg die Seebäder Swinemünde (Swinoujscie), Ahlbeck und Heringsdorf, die "Badewanne Berlins", von der Haupstadt aus in etwa 2 Stunden erreicht wurden, ist heute mit 4,5 Stunden mehr als doppelt soviel Zeit aufzubringen.

Einst war die Strecke Ducherow-Swinemünde eine zweigleisig ausgebaute Hauptstrecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 km/h. 60 Jahre nach der Sprengung der Karniner Brücke ist diese Verbindung noch immer nicht wieder hergestellt. Es ist dringend an der Zeit, diese Verkehrsader wieder herzustellen, um dem wachsenden Tourismus an der Küste umweltfreundlich gerecht zu werden.

Ein Jahr nach der EU-Erweiterung wäre es ein wichtiges Zeichen des europäischen Zusammenwachsens, wenn die Brücke über die Peene wiederhergestellt und die Lücke an der Swine zwischen Swinemünde und Ahlbeck geschlossen würde. Die EU ist bereit, einen gewichtigen Anteil der Kosten zu übernehmen: Für grenzüberschreitende Verkehrsprojekte gibt es eine Finanzierung von bis zu 50 Prozent aus Brüssel."