
Die Schifffahrt - umweltfreundlich nur unter zwei Bedingungen
Die Schifffahrt - sowohl auf den Meeren, als auch im Binnenverkehr - kann ein umweltfreundliches Verkehrsmittel sein. Voraussetzung dafür jedoch ist ihre konsequente Einbeziehung in die Anstrengungen zum Klimaschutz sowie eine intelligente Infrastrukturpolitik, bei der die Schiffe sich den Anforderungen und nicht die Natur den Schiffen anpasst.
Der internationale Schiffsverkehr erlebt durch die globale Arbeitsteilung der Weltwirtschaft seit Jahren einen Boom, insbesondere im Containerverkehr. Die CO2-Bilanz pro Gewichtseinheit ist bei der Seefracht im Vergleich zum LKW hervorragend, jedoch trägt der exponentiell ansteigende Güteraustausch mittlerweile schon 4% zu den CO2-Emissionen der EU-27 bei - mit stark steigender Tendenz.
Ziel muss es sein, die Schifffahrt in den Emissionshandel bzw. die Emissionsgrenzen einzubeziehen und dabei die Sozialbedingungen deutlich zu verbessern. Nicht zuletzt müssen saubere Treibstoffe verwendet werden, denn aktuell sind die Schiffe schwimmende Sondermüllverbrennungsanlagen, die Schweröl - ein Restprodukt der Ölproduktion - ohne Filter verfeuern.
Die Binnenschifffahrt hat in der EU-27 einen Anteil an der Güterbeförderung von 5,3 Prozent. Hauptachse mit rund 80 Prozent des gesamten europäischen Transportaufkommens ist der Rhein. Eine Ausdehnung auf andere Flüsse macht vor dem Hintergrund der Wetterabhängigkeit - bei Hoch- wie bei Niedrigwasser oder bei Vereisung liegt der Verkehr danieder - in den meisten Fällen wenig Sinn. Vielmehr müssen sich die Schiffe den Flüssen anpassen - und nicht umgekehrt. Auch wirksame Umweltstandards sind nötig, damit die Binnenschifffahrt zur Nachhaltigkeit beitragen kann.
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