Die umweltpolitische Herausforderung des Flugverkehrs
Der Luftverkehr fliegt Jahr für Jahr neue Rekorde bei beförderten Passagieren wie Gütern ein. Angesichts aktueller Rückgänge von Passagierzahlen in Folge der Banken- und Weltwirtschaftskrise sollte berücksichtigt werden: Der Rückgang ist nicht auf ein verändertes Mobilitätsverhalten zurückzuführen - er wird also mitunter schnell wieder durch ähnliche Wachstumsraten wie zuvor abgelöst. Zusätzliche, besonders attraktive Angebote der großen Fluglinien tragen dazu ebenso bei wie die so genannten „Low-Cost-Carrier“, die im Passagierluftverkehr seit einigen Jahren Furore machen. Sie bieten z.B. innereuropäische Flüge für wenige Euro an und erwirtschaften damit im Einzelfall erstaunlicherweise auch Gewinn. Mit ursächlich dafür sind teilweise unlautere Wettbewerbsvorteile, die aus den – meist staatlich subventionierten – billigen Abfertigungsgebühren an Regionalflughäfen resultieren. Diese Flughäfen zahlen zudem direkte Subventionen in Form von so genannten Marketingzuschüssen für das Eröffnen neuer Flugrouten. Darüber hinaus übernimmt die öffentliche Hand bis heute den Bau und Unterhalt der Verkehrsanbindungen für Flughäfen. "Deutsche Bank Research" nennt in einer Studie für Deutschland bei kleineren Regionalflughäfen öffentliche Subventionen in Form von Investitionshilfen und Betriebssubventionen von insgesamt 9,20 EUR pro Fluggast, während es bei großen Flughäfen lediglich 0,50 Euro pro Fluggast sind.
Auch der Luftfrachtverkehr nimmt stark zu: Zwischen 2006 und 2007 kam es in der EU-25 zu einem Anstieg um sechs Prozent. Zwar macht die Luftfracht am internationalen Transportvolumen nur rund einem Prozent aus. Der Wertanteil am internationalen Güterverkehr der Luftfracht liegt aber bei geschätzten 40 Prozent.
Ein wirklicher Wettbewerb zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern findet nicht statt. Wenn innereuropäische Flüge günstiger sind als die Busfahrt zum Flughafen, werden die wirklichen Kosten nicht weidergegeben. Das muss sich ändern, damit alle Verkehrsträger mindestens die gleichen Voraussetzungen. Ziel muss es sein, den umweltfreundlichen Verkehr zu unterstützen und nicht umgekehrt.
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