"Schlimmer als zur Zeit des Kalten Krieges"

10. Oktober 2012 zur Übersicht

Ein Artikel von Werner Balsen, erschienen am 10. Oktober 2012 auf DVZ.de (Deutsche Logistik-Zeitung)

"Mehr als 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bewegen sich die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Polen nicht einmal mehr auf dem Niveau des Kalten Krieges." Zu diesem Befund kommen die beiden Europaparlamentarier Boguslaw Liberadzki und Michael Cramer. Deshalb haben das polnische Mitglied der sozialistischen Fraktion und der deutsche Grüne in der anstehenden Revision der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T) gemeinsame Vorschläge gemacht. Sie sollen helfen, die Lücken an der Grenze zwischen beiden Staaten zu schließen.

Mit ihren Änderungsanträgen wollen beide zeigen, "wie die EU durch gezielten Einsatz ihrer Mittel europäischen Mehrwert schaffen kann". So ließe sich mit geringen Investitionen die Verbindung zwischen Berlin und Szczecin ertüchtigen. Hier fehlten nur 30 km Elektrifizierung, die zu zeitraubenden und kostspieligen Lokwechseln zwingen. Während Warschau 4 Mio. EUR investiert habe, mache Berlin "seit Jahren nur unverbindliche Versprechungen". Deshalb wollen die beiden Abgeordneten die Strecke in das europäische Kernnetz aufnehmen lassen und so Priorität bei der Förderung erreichen.

Ebenfalls in das Kernnetz soll die Strecke von Breslau über Forst (Lausitz) nach Berlin. Hier dauerte die Fahrt vor dem Zweiten Weltkrieg 2,5 Stunden, heute dagegen 6. (wal)