Radeln hilft gegen Stau, Feinstaub und Lärm

10. Mai 2017 zur Übersicht

Artikel erschienen in "Passauer Neue Presse" am 9.05.2017

Europaabgeordneter: "Passau hat noch viel Potenzial"

Von Sandra Hatz


Ein grüner Verkehrsprofi radelte gestern durch Passau. Der Europaabgeordnete Michael Cramer hat sich auf dem E-Bike durch den Verkehr der Stadt gequält, um ihre Brennpunkte kennenzulernen. Cramer befasst sich seit Jahren mit dem Thema ÖPNV und Fahrradverkehr. Sein Fazit: Viele Probleme würden sich in Passau von selber lösen, wenn die Stadt Barrieren für Radfahrer abbauen würde.

Vom Bahnhof begleitete Grünen-Stadtrat Boris Burkert den Berliner zunächst schiebend durch die Fußgängerzone, dann auf dem schmalen Fahrradstreifen über die Marienbrücke in die Innstadt. Radfahrer würden in der Stadtmitte zu oft ausgebremst, so Cramers Fazit. „Mit weiteren Straßen wird die Stadt ihre Probleme nicht lösen“, sagte Cramer. In Europa gebe es aber viele Städte, die beispielhaft zeigten, dass es Sinn macht auf Radfahren zu setzen. In Kopenhagen etwa hätte man sich vor 20 Jahren auch nicht träumen lassen, dass heute 53 Prozent der Menschen mit dem Rad zur Arbeit, zur Schule oder zur Uni fahren. Auch der Lastenverkehr lasse sich zu 50 Prozent von Cargobikes bewältigen. Wichtiger als die Zahl der Steigungen sei ein fahrradfreundlichen Umfeld.

Der Schlüssel zu einer anderen Mobilität liege laut Cramer in den Städten: 70 Prozent der klimaschädlichen Emissionen in den Städten seien auf den Verkehr zurückzuführen. Auch Passau biete enormes Potenzial für ein Umdenken in der Mobilität – und dabei insbesondere für das Radfahren. Denn 90 Prozent der Autofahrten in Städten sind kürzer als sechs Kilometer. Cramer: „Diese Erkenntnis stammt übrigens von Peter Ramsauer.“