Neuer Güterkorridor durch Pannonien

09. Mai 2016 zur Übersicht

Vor allem der heutige Vorsitzende des EP-Verkehrsausschusses, der deutsche Michael Cramer (Die Grünen), hatte als Abgeordneter in den Debatten über die Korridore immer wieder auf die deutlich preiswertere Variante durch die Pannonische Ebene verwiesen.

 

El Der Eisenbahningenieur
9 Mai 2016

Osteuropa

Zweieinhalb Jahre nachdem sich die EU auf neun Güterverkehrskorridore im Transeuropäischen Kernverkehrsnetz geeinigt hat, beantragen vier Staaten einen weiteren: Ungarn, Polen, die Slowakei und Slowenien bitten die EU-Kommission, die Einrichtung des „Bernstein-Güterverkehrskorridors Nummer elf“ zu prüfen. Er soll zwischen Brünn (Wien) und Graz die Alpenquerung via Koralm- und Semmeringtunnel vermeiden und in Ungarn und Slowenien durch die Pannonische Tiefebene in Richtung Adria führen. Der „Letter of Intent“, den Repräsentanten der vier Staaten nach Brüssel geschickt haben, listet eine Reihe von Vorteilen auf, die sie sich von dem neuen Korridor versprechen. So könnte der neue Korridor die Möglichkeit schaffen, für intermodale Verkehre östlich der Alpen das Profil-400 verfügbar zu machen; und er wäre eine wichtige Ausweichstrecke bei Störungen auf dem Ostsee-Adria-Korridor durch die Alpen. Schon bei den Debatten über die zentralen Korridore des Trans europäischen Kernverkehrsnetzes waren im Europäischen Parlament (EP) Stimmen laut geworden, die für die Führung des Ostsee-Adria-Korridors östlich der Alpen nach Slowenien plädiert hatten. Vor allem der heutige Vorsitzende des EP-Verkehrsausschusses, der deutsche Michael Cramer (Die Grünen), hatte als Abgeordneter in den Debatten über die Korridore immer wieder auf die deutlich preiswertere Variante durch die Pannonische Ebene verwiesen. Damals war allerdings das Interesse Budapests noch nicht sehr ausgeprägt, wohingegen Österreich sehr erpicht darauf war, für seine Tunnelprojekte Geld aus Brüssel zu bekommen; deshalb entschied sich die EU für die Alpen-Verbindung von Wien via Graz nach Slowenien. wal