Brüssel weiß nichts von Fehmarnsund-Plänen

10. Dezember 2012 zur Übersicht

Ein Artikel von Werner Balsen, erschienen am 10.12.2012 in der Deutschen Logistik-Zeitung.

Die Europäische Kommission ist von Deutschland offiziell nicht über Pläne für den Ausbau der Fehmarnsund-Querung ins Bild gesetzt worden. Brüssel könnte einen Teil der Kosten dafür übernehmen.

Nach den aktuellen Plänen der EU ist die Strecke über den Fehmarnsund Teil des transeuropäischen (Kern-) Verkehrsnetzes und zwar des Korridors von Helsinki via Kopenhagen nach Valeta (Malta). Während die Querung des Fehmarnbelts zwischen der Insel Fehmarn und Dänemark beschlossen ist, geht es bei der Fehmarnsund-Querung um die Weiterführung der Strecke auf das deutsche Festland Richtung Hamburg. Bislang überspannt eine kombinierte Straßen- (zweispurig) und Eisenbahnbrücke (eingleisig) den Sund. Bleibe es dabei auch künftig, würde der Fehmarnsund einen Engpass auf der Verbindung Hamburg Skandinavien bilden. 

Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, den Aufwand für den notwendigen Ausbau der Sund-Querung nicht in die Gesamtkosten für die Fehmarnbelt-Querung, die zum größten Teil Dänemark trägt,  ein zu beziehen. Sie verweisen auf den Bundesrechungshof, der Berlin ebenfalls „seit langem auffordert, endlich die bislang nicht berücksichtigten Kosten der Fehmarnbelt-Querung in die Berechnungen aufzunehmen“.

„Die Bundesregierung verschließt die Augen vor den prognostizierten massiven Kostensteigerungen beim Bau der Fehmarnbelt-Querung“, urteilen die beiden Grünen, die für eine „kostengünstige, kürzere und schnell zu realisierende Alternative für den Korridor via Schiene und Fähre über Nyköbing-Gedser-Rostock plädieren und einen entsprechenden Antrag bei der EU-Kommission eingereicht haben.

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