Berlin braucht authentisches Mauer-Mahnmal

10. Januar 2005 zur Übersicht

Zentrale Erinnerungsstätte an die Bernauer Straße

Mit einem Plädoyer für eine authentische Erinnerungsstätte an die Berliner Mauer in der Bernauer Straße hat sich Michael Cramer in der Debatte um das Gedenken an die Teilung der Stadt zu Wort gemeldet.

Angesichts der anhaltenden Debatte um das Gedenken an die Berliner Mauer und die Teilung der Stadt hat sich der Berliner Europa-Abgeordnete der Grünen, Michael Cramer, für ein authentisches Mahnmal in der Stadt ausgesprochen. Er fordert den Berliner Senat und die Bundesregierung auf, an der Bernauer Straße auf 200 Metern mit den vorhandenen originalen Mauerresten eine Erinnerungsstätte herzurichten. Gleichzeitig müsse Ben Wargins "Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt" unter Denkmalschutz gestellt werden.

Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlamentes für Berlin, erklärt dazu:

"Berlin braucht kein künstliches sondern ein authentisches Mauer-Mahnmal. Nachdem mit unvorstellbarer Kurzsichtigkeit die große Koalition von CDU und SPD - entgegen der Warnung von Willy Brandt, "ein Stück von jenem scheußlichen Bauwerk als Erinnerung an ein historisches Monstrum stehen zu lassen" (Rede vom 10. November 1989 vor dem Schöneberger Rathaus) - fast alle Mauerreste beseitigt und den Checkpoint Charlie den Immobilien-Götzen geopfert hatte, ist heute nicht mehr viel übrig.

Alexandra Hildebrandt hat mit ihrer eigenwilligen Aktion auf das Defizit hingewiesen. Mehr als 100 Bundestagsabgeordnete wollen die Wunde heilen - am Brandenburger Tor.

Die deutsche Frage war offen, solange das Brandenburger Tor geschlossen war. Die Tragödien der Flüchtlinge fanden aber an anderen Orten statt, vor allem in der Bernauer Straße. Dort mit den vorhandenen originalen Mauerteilen die Grenzanlage auf 200 Metern wieder herzurichten und die Scheußlichkeit des "Monstrums" für künftige Generationen sichtbar zu machen, ist das Gebot der Stunde.

Und auch das "Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt" von Ben Wargin muss unter Denkmalschutz gestellt werden. Von hier wurden nicht nur der erste Flüchtling und der erste DDR-Grenzsoldat erschossen, hier wurden auch die sowjetischen Soldaten von SS-Elite-Truppen getötet, die den Reichstag gestürmt hatten."