Ausstellung Ben Wagin in Brüssel

19. September 2014 zur Übersicht

MAUER - KEINE DAUER

Vom 29. September bis 2. Oktober ist der Berliner Künstler Ben Wagin mit seiner Ausstellung ‚MAUER – KEINE DAUER‘ auf Einladung von Michael Cramer im Europäischen Parlament in Brüssel zu Gast. Dazu erklärt Michael Cramer, grüner Europaabgeordneter und Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Europäischen Parlament:

„Als Ben Wagin im Frühling 1990 im Berliner Tiergarten in einer spektakulären Kunstaktion die Mauer öffnen ließ, rezitierten anwesende Künstler folgendes Goethe-Zitat: "Zur Nation Euch zu bilden, Ihr hoffet es, Deutsche, vergebens. Bildet, ihr könnt es, dafür freier zu Menschen Euch aus."


Die Berliner Mauer und das Unrecht, das an ihr und durch sie geschah, hat das Leben und Schaffen des Künstlers, Aktivisten und Naturschützers Ben Wagin über mehr als ein halbes Jahrhundert geprägt. Kein anderer Künstler hat sich so lange und so intensiv mit der Berliner Mauer auseinander gesetzt. Lange vor dem Fall der Mauer hat er künstlerische Zeichen des Protestes gestaltet, diesseits und jenseits der Mauer hat er Tausende Bäume, meist Gingkos, gepflanzt. Er war schon ein „Grüner“, als es die politische Bewegung der Grünen in Europa noch nicht gab. Und er verband seine Kunstaktionen immer mit der Zeitgeschichte. Seine Erinnerung an den Krieg und den Zusammenbruch aller Werte, sein Erleben des unendlichen und sinnlosen Leids der Menschen auf allen Seiten prägte ihn ebenso wie die Folgen der Teilung von Europa, Deutschland und Berlin, der Stadt, der er in vielen Jahrzehnten seines Schaffens mit immer neuen Aktionen seinen Stempel aufdrückte.


1989/1990 setzte er sich – gegen die damalige öffentliche und veröffentlichte Meinung und viele politische Widerstände – für den Erhalt einiger Mauerteile im Regierungsviertel ein. Das „Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ ist damit zu einem der wichtigsten Mauermahnmale im Zentrum Berlins geworden – und zugleich das einzige Überbleibsel der innerdeutschen Grenze im Regierungsviertel, das im ehemaligen Todesstreifen neu entstanden ist. Ben Wagins bearbeitete Mauerteile erinnern mittlerweile in vielen Städten -so auch in Brüssel- an den Fall der Berliner Mauer.


Mit seinem aktuellen Projekten "Mauer – keine Dauer" und " Darum Mauer Warum" möchte Wagin anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls mit einer begehbaren Geschichts- Installation einen Focus auf die Schicksalsorte und Opfer der Mauer sowie die zentralen Orte des Berliner Kriegsgeschehens setzen. Die Installation bildet die Berliner Mauer-Grenze mit symbolischen handgefertigten Mauerteilen aus Aktenordnern und besetzten Wachtürmen nach.“


Die Ausstellung ist nach vorheriger Anmeldung im Büro von Michael Cramer (unter michael.cramer@ep.europa.eu) im Europäischen Parlament in den oben genannten Zeiten zu besichtigen. Der Eröffnungsempfang findet am 29.9.2014 um 18:30 statt. Hierfür ist eine Anmeldung bis spätestens 25.9.2014 notwendig.